Rauchverbot in Gastronomie:
weniger Umsatz bei kleineren Betrieben Diskotheken und kleinere Lokale ziehen ein negatives Fazit nach vier Wochen Rauchverbot 

Diskotheken und kleinere Lokale ziehen ein negatives Fazit nach vier Wochen Rauchverbot in der Gastronomie durch Karlsruhe - Wie bereits einige Karlsruher Kneipen-, Diskotheken und Restaurantbesitzer bestätigten (ka-news berichtete), hat sich das Nichtraucherschutzgesetz nach einer Umfrage des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Baden-Württemberg besonders für kleine Gaststätten und Diskotheken negativ ausgewirkt. So ermittelte Dehoga, dass jeder zweite der rund 300 befragten Betriebe um seine Existenz fürchtet. Mehr als zwei Drittel der Betriebe rechnen zudem mit Arbeitsplatzverlusten.

"Wir haben gezielt Kleinbetriebe und Diskotheken angeschrieben, weil wir hier besonders massive Auswirkungen durch das Rauchverbot erwarten", so Dehoga-Präsident Peter Schmid. Gleichzeitig betont er, dass größere Betriebe der Speisegastronomie offenbar weniger Probleme mit dem Landesnichtraucherschutzgesetz haben. Mit der Umfrage wolle Dehoga aber vor allem auf die Probleme der Kleinbetriebe und der Diskotheken hinweisen.

Und die Ergebnisse bestätigen die Vermutungen: 63 Prozent der befragten Kleinbetriebs- und Diskothekeninhaber geben an, dass sie bereits in den ersten Wochen nach Inkrafttreten des Verbots Umsatzverluste hinnehmen mussten - lediglich 3,3 Prozent meldeten ein Umsatzplus. Besonders betroffen seien die Einraum-Gaststätten, die keine Raucher-Nebenräume aufweisen können sowie Diskotheken, denen der Gesetzgeber in Baden-Württemberg ausdrücklich verboten hat, Nebenräume für Raucher anzubieten.

Verband plädiert für eine Wahlfreiheit für kleine Betriebe
Mehr als die Hälfte der befragten Kneipen und Gaststätten mit nur einem Gastraum fürchten daher um ihre Existenz. Fast 70 Prozent melden Umsatzverluste und 69 Prozent rechnen mit Arbeitsplatzverlusten. Bei den Diskotheken sieht es ähnlich aus: 83,7 Prozent melden Umsatzrückgänge im Durchschnitt von knapp 28 Prozent. Fast zwei Drittel der Diskotheken sehen sich also in ihrer Existenz bedroht. Die meisten Unternehmer berichten zudem, dass Gäste nun auf andere Betriebsarten oder Diskos in Bundesländern ausweichen, in denen das Rauchverbot noch nicht gilt. Zu befürchten seien außerdem Anwohnerbeschwerden, wenn Gäste vor dem Betrieb rauchen.

Angesichts der wirtschaftlichen Probleme plädiert der Verband daher für eine Kennzeichnungspflicht kleinerer Gaststätten. Die Betriebsinhaber sollen selbst entscheiden können, ob sie ihren Betrieb als Raucher-oder Nichtraucherlokal führen wollen. Für eine solche Lösung haben sich bei der Umfrage zudem fast drei Viertel der Unternehmer ausgesprochen. Auch die Ungleichbehandlung der Diskotheken wird vom Dehoga stark kritisiert. Derzeit prüft der Verband Erfolgschancen einer Verfassungsbeschwerde gegen das Landesnichtraucherschutzgesetz. (Quelle. gastronomie.de)

 
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